Svv - Selbstverletzendes Verhalten

Selbstverletzendes Verhalten. Im Prinzip sagt der Name dieses Verhaltens schon alles über diese Störung aus. Doch mit einem einfachen Satz, ist das Problem nicht erklärt, denn es ist viel komplizierter. SVV, wie das selbstverletzende Verhalten abgekürzt wird, ist für viele, gerade junge Menschen, die letzte Hoffnung ihren Alltag zu meistern. Viele versuchen mit ihrer Autoaggressivität, also der Aggression gegen sich selbst, Spannungen abzubauen. Viele überleben eben nur durch diesen meist täglichen Ablauf des "ritzens". Diese Selbstverletzung kann im geheimen stattfinden und verborgen bleiben oder auch offentsichtlich sein. Auf jeden Fall sollte Selbstverletzung ernst genommen werden. Kein SVV´ler sollte versuchen damit alleine klar zu kommen. Auch wenn es dich verstört zu sehen, wie sich jemand verletzt: Selbstverletzung ist eine Überlebenstechnik. Verurteile einen Menschen niemals voreilig. Kaum einer schneidet sich ins Fleisch um Mitleid zu bekommen. Sie schneiden sich um den Schmerz, den sie in ihrem Inneren fühlen, Erleichterung zu verschaffen. Ihr Seelenleben ist voll von großer Qual und unerträglichem Leiden. Nach außen hin ist es nicht sichtbar, niemand weiß, wie schlecht sich SVV´ler fühlen. Sie verletzen sich um den Schmerz sichtbar zu machen. Das Schneiden wird zu einem Schrei nach Hilfe: "He ! Mir tut´s hier drinnen weh. Merkst du das nicht ?"

Die meisten SVV´ler fühlen sich erleichtert wenn sie sich verletzen: Der Druck der auf ihnen lastet, lässt nach. fast so als würde man etwas Luft aus einem Ballon lassen der zu platzen droht. Der körperliche Schmerz tut weniger weh als der emotionale Schmerz und ist daher eine eine willkommene Ablenkung von der furchtbaren Seelenqual die in mancher Seele schlummert und nicht raus kann. Andere SVV´ler sind so empfindungslos, dass sie die starke physische Stimulation brauchen, um überhaupt etwas zu fühlen. Wenn sie sich selber bluten lassen - fühlen sie sich lebendig. Es ist ihnen selbst ein Beweis dafür, dass sie menschliche Wesen sind die leben und atmen. Eine weitere Empfindung bei der Selbstverletzung ist der nach innen gerichtete Zorn. Der Selbsthass. Schnitt- und Brandverletzungen sind möglicherweise die einzige "ungefährliche" Form, die SVV´ler kennen, um ihre Wut oder ihren Hass auszudrücken. Sie können nicht weinen, schreien oder jemand anderen verletzen. Bei Überlebenden von sexuellem Missbrauch kommt es auch häufig vor, dass sie sich schneiden, wenn sie Angst haben oder glauben, sie hätten eine "Bestrafung" verdient weil sie Spaß an freiwilligem Sex haben, über den Missbrauch sprechen, neue Erinnerungen haben, den Täter zur Rede stellen oder einen anderen Durchbruch in ihrer Heilung erzielen Selbstverletzung kann eine zwanghafte Gewohnheit sein, der nur schwer Einhalt zu gebieten ist. Es ist aber möglich, das selbstzerstörerische Muster zu unterbrechen. Die Person muss es jedoch selber wollen und ohne professionelle Hilfe wird es vermutlich kaum zu bewältigen sein. Je enger der/die SVV´lerIn mit ihren Emotionen und ihrem Zorn in Kontakt kommt und lernt, ihre Gefühle auf andere Weise auszudrücken, desto weniger wird er/sie den Drang verspüren, sich zu schneiden oder anderes weh zu tun. Sport. Schreiben. Malen - all diese Dinge können ein Alternativ-Ventil sein.

Allgemeine Definition:

SVV = SelbstVerletzendesVerhalten

Autoaggression oder auch "Selbstbeschädigung" und Selbstverletzung: Wenn Menschen sich selbst körperlich verletzen, um mit einem seelischen Leid besser umgehen zu können, spricht man von dieser Krankheit. Dabei handelt es sich keinesfalls um den Wunsch nach Selbstbestrafung, Masochismus oder Zerstörungstrieb als auslösenden Beweggrund. Vielmehr hat die Selbstbeschädigung für den Betroffenen überlebenswichtige Funktionen: Das Schneiden wird als Tranquilizer und Antidepressivum eingesetzt, als Suizidprophylaxe oder Antipsychotikum. Wenn einem Menschen der Körper in einer seelischen Notlage abhanden kommt, er also quasi außer sich gerät, bringt ihm die Selbstverletzung das Gefühl des Lebendigseins zurück.

Die Krankheit kann sich in völlig unterschiedlichen Formen und Schweregraden äußern. Zu den mildesten Erscheinungen gehören etwa neurotische Lifestyles mit bewusst gesundheitsschädlichem Verhalten, Nikotinsucht, der "selbstverschuldete" Bewegungsmangel oder Arbeitssucht. Autoaggression in ihrer schwersten Form liegt dagegen bei Selbstmordversuchen oder "pariasuizidalem" Verhalten vor. Also dann, wenn man etwa eine Überdosis an Schlaftabletten einnimmt, gleichzeitig aber dafür sorgt, gerettet zu werden.

Für einen - zumindest, was die Häufigkeit angeht - neuen und traurigen Trend sorgt allerdings eine Variante der Selbstbeschädigung, bei der sich die Betroffenen blutende Wunden zufügen. "Ritzen" nennen sie das, als Instrumente dienen ihnen vornehmlich Messer, Rasierklingen oder andere scharfe Gegenstände. Das Ziel ist allerdings keinesfalls der Selbstmord, sondern eben die Beschädigung und der damit verbundene Spannungsabbau. In einem tranceartigen Zustand werden die Verletzungen beigebracht, so dass der Schmerz häufig gar nicht gespürt wird - nur die Erleichterung, dass man noch am Leben ist. Auffällig ist, dass vom "Ritzen" fast ausschließlich junge Frauen etwa zwischen 17 und 27 betroffen sind - einer Lebensphase, in der die sozialen und psychischen Anforderungen am größten sind.

Wer sich selbst beschädigt, kann Aggressionen nicht richtig ausdrücken. Das, was nach außen gerichtet sein sollte, wendet er daher gegen sich selbst. Als Ursache gelten häufig sogenannte frühkindliche Störungen. Ausgelöst werden diese durch ein früh erlebtes schweres Trauma, etwa durch sexuellen Missbrauch oder Misshandlungen. Die Verbote, Drohungen und Einschüchterungen einer solchen Erziehung führen beim Kind zur Frustration, auf die es natürlich mit Aggression reagiert. Werden ihm nun auch diese Aggressionen verboten, dann kann damit der Grundstein für eine Aggressionshemmung gelegt werden, die sich dann im Erwachsenenalter als Autoaggression äußern kann.

Fast jeder Mensch hat eine andere Methode um sich selber zu verletzen, man unterscheidet in den häufigsten :

- ritzen in Arme, Beine oder andere Körperstellen (durch Messer, Rasierklingen etc.)
- beißen auf die Lippen und Wangeninnenseiten
- Verbrennen/Verbrühen der Haut durch z.B. Zigaretten
- Abbeißen von Fingernägeln samt Fingerkuppen
- Kopf gegen die Wand schlagen
- Sich kratzen, beißen, schlagen
- Schlafentzug
- extrem Sport
- Selbstmissbrauch
- Langes Luftanhalten
- Drogenmissbrauch
- etc.